Um es gleich offen zu sagen: Natürlich erhöhen auch die Privaten Krankenversicherungen ihre Beiträge. Dauerhaft gleichbleibende Beiträge kann es gar nicht geben, da die
generelle Inflation und zusätzlich die hohen Kostensteigerungen im Gesundheitswesen die Preise treiben. Solange sich die langfristigen durchschnittlichen Erhöhungen pro Jahr in etwa auf die Inflation plus 2-3 Prozentpunkte beschränken, kann man sicherlich von einer gesunden Situation sprechen. Was aber ist der Hintergrund? Private Krankenversicherungen garantieren ihren Versicherten auf Dauer die bei Vertragsabschluß vereinbarten Tarifleistungen - anders als bei den Gesetzlichen Krankenkassen können Leistungen nicht einseitig durch den Gesetzgeber gekürzt oder ganz herausgenommen werden. Werden nun Leistungen verstärkt in Anspruch genommen oder am Markt teurer angeboten, hat dies eine direkte Wirkung auf die Kosten der Versicherungen. Mangels anderer Steuerungsmöglichkeiten muß eine Anpassung durch die Beitragshöhe erfolgen. Weiterhin führt der medizinische Fortschritt durch teurere Apparatemedizin zu einer nicht unerheblichen zusätzlichen Kostenbelastung. Gleichzeitig sinkt dadurch die Sterblichkeitsrate. Dies ist natürlich sehr begrüßenwert, führt aber auch zu längeren und kostenintensiveren Behandlungen. Da die Menschen heute länger leben, werden länger und mehr Kosten verursacht als dies bei der Kalkulation eines Tarifs z.B. vor 20 Jahren absehbar war. Die Folge: Es muß eine Neukalkulation des Tarifs erfolgen, was i.d.R. auch wieder Beitragssteigerungen nach sich zieht. Dafür haben aber die Versicherten die Sicherheit, auch im hohen Alter voll abgesichert zu sein!
Welche Konsequenzen sollte man ziehen? Will man sich heute privat versichern, so ist die Wahl der richtigen Gesellschaft wichtiger denn je. Ein gutes Zeichen sind z.B. stabile Beiträge, hohe Reserven und die Berücksichtigung niedrigerer Stornoquoten. Ganz generell sollten neben der Beitragsentwicklung der letzten Jahre auch Kriterien wie z.B. die Marktstellung im Neugeschäft (viel Neugeschäft ist grundsätzlich positiv zu bewerten), die Kosten- bzw. Schadensquoten und vor allem die Annahmepraktiken betrachtet werden. Nur Gesellschaften mit tendenziell gesunden und nicht vorbelasteten Mitgliedern werden dauerhaft stabil bleiben und bezahlbare Beiträge bieten können! Sie wünschen weitere
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